Geschichte des Namens

Königin Nzinga – Namensgeberin der Schule

Königin Nzinga von Angola
Königin Anna Nzinga von Angola

Der Name der Escola de Capoeira Angola Nzinga ist zurückzuführen auf die afrikanische Königin Nzinga von Matamba. Nzinga wurde ca. 1583 in einer Region des heutigen Angola geboren und ging in die Geschichte als Freiheitskämpferin und geschickte Diplomatin ein, die von 1624 bis 1663 regierte. Nzinga vertraute während ihrer Regierungszeit vor allem auf Frauen. Sie gründete in Matamba ein neues Regierungssystem basierend auf einer Clan-Familie, indem insbesondere Frauen leitende Schlüsselpositionen erhielten. Ihre Schwestern wurden die leitenden Offizierinnen ihrer Guerillaarmee mit der sie Widerstand leistete gegen die portugiesische Besatzung. Sie verbündete sich mit anderen afrikanischen Herrschern und befreite Sklaven aus deren Gefangenschaft.

 

Auf der einen Seite war Nzinga eine geschickte und trickreiche Diplomatin, so täuschte sie zum Beispiel in den 1640ern eine Allianz mit den Niederländern vor und verstärkte dadurch ihre Macht in Matamba. Auf der anderen Seite war sie auch eine Herrscherin, die versuchte ihre Macht mit allen Mitteln zu erhalten. So kontrollierte sie durch geschickte Verhandlungen mit den Portugiesen und benachbarten afrikanischen Stämmen den Sklavenhandel in Angola. Obwohl sie nie von den Portugiesen unterworfen wurde, konvertierte sie zum Katholizismus unter dem Namen Ana de Sousa (Dahlbruch 2008; Alexander and Ruckers 2010).

Die afrikanische Königin ist für die Escola de Capoeira Angola Nzinga ein Symbol für Basischarakteristiken der Capoeira. Sie symbolisiert zum Beispiel Malícia (Täuschung, Trickreichtum), Energia (Tatkraft), Axé (positive Energie) und Criatividade (Kreativität).

Quellennachweis

Alexander, L. M. and W. Ruckers, Eds. (2010). Encyclopedia of African American History, Abc-clio.

Dahlbruch, K. (2008). Die Geschichte der Völker Angolas vor und während der kolonialen Eroberung: Mit Ausblicken auf die ethnografisch-linguistische Situation Angolas im 20. Jahrhundert und auf die aktuelle Bedeutung der ethnischen Zugehörigkeit und der präkolonialen Geschichte, GRIN Verlag.